Ein Haus voll Glorie schauet – Mit diesen Worten leitete Diakon Stephan Kleinhenz seine Predigt beim feierlichen Dankgottesdienst zur Fertigstellung der umfangreichen Renovierungsarbeiten an der Kirche St. Sebastian in Reupelsdorf ein – musikalisch begleitet von der Reupelsdorfer Blasmusik. Der Satz wurde zum Leitmotiv einer Feier, die nicht nur den Abschluss eines Bauprojekts markierte, sondern auch das lebendige Miteinander einer ganzen Dorfgemeinschaft würdigte.
Die Sanierung der Kirche erstreckte sich über fünf Jahre – geprägt von Herausforderungen, Überraschungen, handwerklichem Geschick und großem Engagement. Besonders das reibungslose Zusammenspiel zahlreicher Gewerke und Firmen war für Diakon Kleinhenz Anlass zu einem aufrichtigen „Vergelt’s Gott“. Sein Fazit: Eine Kirche ist mehr als ein Gebäude – sie ist ein Ort der Begegnung. Und genau dazu stehen die Reupelsdorfer, die nun mit Stolz auf ihr würdiges und schönes Gotteshaus blicken.
Selbstverständlich durften auch Grußworte nicht fehlen. Bürgermeister Klaus Köhler zeichnete den Weg von der ursprünglichen Idee eines einfachen Anstrichs – mit veranschlagten Kosten von 60.000 Euro – bis hin zur finalen Summe von 320.000 Euro nach. Der Gemeinderat der Verwaltungsgemeinschaft Wiesentheid stand dabei stets geschlossen hinter den Finanzierungsbeschlüssen, zu denen die politische Gemeinde auch durch archivierte Verpflichtungen angehalten war.
Besonders erfreulich war die große Spendenbereitschaft der Reupelsdorfer Bürgerinnen und Bürger. Eine zentrale Rolle spielte dabei Ilse Brückner von der Kirchenverwaltung – die „Frau vor Ort“, wie sie liebevoll genannt wird. Über Jahre hinweg organisierte sie das notwendige Gerüst, akquirierte Spendengelder von Sparkasse und Raiffeisenbank und behielt bei Anträgen, Rückfragen und Zeitdruck stets den Überblick – dokumentiert in einem prall gefüllten Ordner. Beinahe wöchentlich waren Baubesprechungen notwendig und immer wieder suchte sie auch neue Unterstützer für neue Herausforderungen.
Was als einfacher Abschluss der Dorferneuerung gedacht war, entwickelte sich nach der Entdeckung gravierender Schäden an Turm und Langhaus zu einer 2 ½-jährigen Odyssee durch zahlreiche Behörden. Selbst die Untere Naturschutzbehörde unter Leitung von Herrn Felix Pfeifer wurde eingebunden, um Fledermäuse und Bienen sachgerecht, aber auch zeitaufwendig vor den Bauarbeiten zu schützen.
Zum Schutz und zur Dokumentation vielfältiger Umweltauflagen war eine ökologische Baubegleitung notwendig, die von Herrn Matthias Mann durchgeführt wurde.
Mit Architekt Martin Zeltner hatte man einen erfahrenen Praktiker an der Seite, der die Vielzahl der Gewerke mit 10 verschiedenen Handwerksfirmen souverän koordinierte und das Projekt als „Gesamtkunstwerk“ verantwortete. In seiner Ansprache verwies er auf die lange Geschichte der Kirche, die bereits 1440 urkundlich erwähnt wurde – ein Ort, der also „immer schon da war“. Sein Dank galt den Handwerksbetrieben für ihre termingerechte und sorgfältige Arbeit sowie der guten Zusammenarbeit mit der VG, der Kirchenverwaltung, der Diözese und nicht zuletzt Ilse Brückner. Herr Zeltner hatte stets auch die Kosten im Blickfeld, um das Gesamtbudget nicht durch unnötige Ausgaben noch weiter zu erhöhen.
Nach dem Gottesdienst durfte die traditionelle „Gulaschkanoe“ nicht fehlen – gefüllt mit einem herzhaften Eintopf und serviert von den Mitarbeitern des Pfarrgemeinderates. Bei angeregten Gesprächen und dem Austausch zahlreicher Anekdoten rund um die Bauphase zeigte sich einmal mehr das Organisationstalent der örtlichen Kirchenverwaltung: Alle wurden satt – und die Gulaschkanone leer.

